| Fest der Völker verhindern! |
"Fest der Völker", eine schmeichelhafte Bezeichnung für ein Festival von
Neonazis für Neonazis, wo diese rechtsextremer Musik und hetzerischen
Reden lauschen.
Als Veranstalterin tritt öffentlich die NPD auf, doch es sind auch viele
Bands aus dem internationalen in Deutschland verbotenem
Neonazi-Musiknetzwerk "Blood And Honour" beteiligt, so ist auch mit
massiver Beteiligung sogennanter "freier" Kräfte zu rechnen. Viele
führende Neonazis aus ganz Europa werden Reden halten, um für eine für
sie erstrebenswerte Welt zu kämpfen. In einer solchen Welt streben sie
die Diskriminierung und Vernichtung jener Individuen an, die nicht in
ihr rassitisches, antisemitisches und sexistisches Weltbild passen.
Eine solche Großveranstaltung wie das Fest der Völker dient nicht nur
der Unterhaltung von ewig Gestrigen, sondern auch der Verbreitung eines
widerlichen Weltbilds, dem Aufbau ihrer Strukturen und der Organisation,
Vernetzung und Schulung von Nazis aus ganz Europa. So sind nicht nur die
zahlreichen Reden wichtiger Bestandteil des "Fests der Völker", auch die
Musik spielt eine entscheidende Rolle. Denn sind für die meisten
Jugendlichen lange Reden nicht sonderlich spannend, lassen diese sich um
so mehr durch musikalische Unterhaltung anlocken. So können bislang
unpolitische Menschen politisiert und für die menschenverachtende
Politik von NPD und Co. gewonnen werden.
Die VeranstalterInnen selbst behaupten in einem Aufruf vom ersten Fest
der Völker 2005, dass sie nicht ausländerfeindlich seien, aber
gleichzeitig der Meinung sind, dass jeder Mensch und jede Kultur ihren
angestammten Platz in dieser Welt hätte, dieser müsste auch von jedem
respektiert werden.
Das heisst nichts anderes, als dass für sie jede Person, die nicht ihren
Kriterien für eine europäische Identität entspreche, wieder dorthin
abgeschoben werden sollte, wo die Person ihre "Wurzeln" habe.
Logisches Resultat aus diesem Menschenbild sind immer wieder auftretende
übergriffe gegen Menschen, die nicht dem nationalistischen Idealbild
entsprechen, so wurden allein 2006 nach Angaben der Polizei mehr als
11.250 Straftaten darunter mehr als 650 Gewalttaten mit rechtsextremen
Hintergrund verzeichnet, wobei die Dunkelziffer weitaus höher liegen wird.
Trotz der steigenden Tendenz rechter Gewalt, versuchen NeofaschistInnen,
insbesondere die NPD sich ein bürgerliches und freundliches Profil zu
schaffen, um eine breite Öffentlichkeit zu erreichen. Häufig waren sie
in diversen sozialen Projekten zu finden, insbesondere in der
Jugendarbeit. Wer glaubt alle Nazis tragen Springerstiefel und Glatzen,
liegt falsch: Der Versuch sich eine bürgerliche Fassade anzulegen,
spiegelt sich auch in der Kleidung wieder. Einige Nazis sind durch ihr
gutbürgerliches Erscheinungsbild kaum noch von anderen ZeitgenossInnen
zu unterscheiden.
So auch das Prinzip des "Fests der Völker": Auf der Homepage ist zu
lesen, dass Bomberjacken und Springerstiefel verboten seien, ebenso für
Nazis instrumentalisierte Kleidungsmarken, wie z.B. Lonsdale, oder von
Nazis produzierte Kleidungsmarken, wie Consdaple oder Dobermann. So
versuchen Nazis sich von dem von den Medien proklamierten
Erscheinungsbild zu distanzieren, um ihr Weltbild verstecken zu können
und es so in die Mitte der Gesellschaft zu tragen.
Sie setzen nicht mehr auf abschreckend martialische Kleidung, die ihr
Menschenfeindliches Weltbild zum Ausdruck bringen soll, sondern auf ein
ansprechendes Aussehen. Doch was hinter der Fassade steckt, ist die alte
zutiefst menschenverachtende Ideologie, die auf Nationalismus,
Antisemitismus und Sexismus fußt.
Dem Versuch ein nazistisches Kulturevent in Jena zu veranstalten muss
massiver Widerstand entgegengesetzt werden. Es darf nicht geduldet
werden, dass sie eben diese Ideologie mit Musik und politischen Reden
abfeiern.
Kommt deshalb am 13.09. zahlreich nach Jena zur Demonstration, um dem
braunen Mob was entgegen zu setzen. Fest der Völker zum Desaster machen.
Keine Party ohne uns!
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